Was für eine Saison! Auch beim vierten Renntag der STÜBBE Ruder-Bundesliga in Essen-Kupferdreh konnten wir uns den Tagessieg sichern und unsere Tabellenführung auf fünf Punkte Vorsprung ausbauen. Damit bleiben wir auch nach vier von fünf Renntagen ungeschlagen und reisen mit einer nahezu perfekten Ausgangslage zum großen Saisonfinale nach Heidelberg.

Dabei starteten wir mit etwas mehr Unsicherheit als zuletzt in den Renntag auf der Ruhr. Eine Ruderin aus unserer bisherigen Stammbesetzung fehlte, wodurch Stammplätze im Boot umbesetzt wurden. Gleichzeitig feierte eine unserer Ruderinnen ihre Premiere in der STÜBBE Ruder-Bundesliga und bestritt in Essen ihr erstes Rennen auf der Sprintdistanz. Trotz einer weiterhin sehr guten Trainingsvorbereitung fühlte sich die Besetzung dadurch zunächst ungewohnter an als bei den vergangenen Renntagen.

Auch die Strecke verlangte uns diesmal wieder einiges ab. Nachdem die Rennen in Osnabrück auf einer deutlich verkürzten Strecke teilweise nicht einmal 50 Sekunden gedauert hatten, warteten in Essen wieder die vollen 350 Meter auf uns. Leichter bis stärkerer Gegenwind am Morgen und teilweise unangenehme Böen sorgten zusätzlich dafür, dass die Rennen deutlich länger dauerten – teilweise waren wir rund 20 Sekunden länger unterwegs als noch zwei Wochen zuvor. Auf einer Sprintdistanz machte sich das körperlich deutlich bemerkbar und stellte uns vor eine ganz andere Herausforderung.

Und auch an Essen hatten wir noch besondere Erinnerungen: Beim Renntag der vergangenen Saison mussten wir uns ausgerechnet dem Heimteam aus Essen/Kettwig im B-Finale in einem Herzschlag-Zieleinlauf geschlagen geben und landeten dadurch auf dem undankbaren vierten Platz. In diesem Jahr wollten wir unsere Geschichte auf der Ruhr unbedingt neu schreiben.

Im ersten Zeitfahren trafen wir auf den DynaSports Frauen-Achter aus Osnabrück. Zwar konnten wir das Rennen souverän für uns entscheiden und fuhren bereits die schnellste Zeit des gesamten Feldes. Mit unserer Technik und unserem Zusammenspiel waren wir jedoch noch nicht vollständig zufrieden. Im zweiten Zeitfahren warteten dann direkt unsere altbekannten Gegnerinnen aus Essen/Kettwig. Wir stellten uns auf ein enges Duell ein – doch diesmal fanden wir vom ersten Schlag an hervorragend zusammen. Bereits nach dem Start konnten wir uns absetzen und den Vorsprung über die Strecke immer weiter ausbauen. Mit mehr als vier Sekunden Vorsprung überquerten wir schließlich die Ziellinie. Da hatten wir jedoch das Gefühl, dass der Ruhr-Achter noch nicht alles gezeigt hatte.

Nach Addition beider Zeiten stand aber fest: erneuter Zeitfahrsieg für den Alstersprinter! Auch auf den zweitplatzierten SachsenEnergie-Achter aus Leipzig hatten wir bereits in Summe mehr als vier Sekunden Vorsprung. Damit fiel der erste Druck von uns ab. Gerade zu Beginn eines Renntages weiß man nie genau, wie die anderen Teams besetzt sind und wo man selbst im Vergleich zur Konkurrenz steht. Umso größer war die Freude darüber, dass wir auch mit veränderter Besetzung direkt wieder an unsere bisherigen Leistungen anknüpfen konnten.

Als Zeitfahrsiegerinnen durften wir das Viertelfinale erneut überspringen und hatten zunächst einige Stunden Pause, bevor es im Halbfinale wieder gegen Osnabrück ging. Dort konnten wir unsere Leistung erneut souverän abrufen und mit fast fünf Sekunden Vorsprung den Einzug ins A-Finale perfekt machen.

Und irgendwie hätte es kaum anders kommen können: Alstersprinter gegen Essen/Kettwig. Wieder ein Finale. Wieder auf der Ruhr. Dieses Mal allerdings im A-Finale – und mit einer kleinen Rechnung aus dem vergangenen Jahr im Hinterkopf.
Die Essenerinnen machten es uns dieses Mal erwartungsgemäß alles andere als leicht. Von Beginn an entwickelte sich ein unglaublich hartes Kopf-an-Kopf-Rennen, in dem sich kein Boot mehr als einen Zentimeter schenkte. Bis zur Ziellinie blieb offen, wer am Ende den Bugball vorne haben würde. Im Ziel selbst waren wir uns zunächst nicht sicher, ob es tatsächlich gereicht hatte. Schnell kam aber die Nachricht vom Land: Hamburg hat gewonnen! Und das in 1:07,66 Minuten – Tagesbestzeit bei den Frauen!

Das nächste Ziel ist klar: Sieg in der Gesamtwertung. Fotos: Ruder-Bundesliga / Jonas Mehnert

Die Freude hätte kaum größer sein können. Nach dem vierten Renntag der Saison hielten wir damit tatsächlich die vierte Goldmedaille in den Händen. Gleichzeitig konnten wir unsere ganz persönliche Geschichte aus dem vergangenen Jahr mit Essen neu schreiben – diesmal mit dem besseren Ende für uns. Besonders stolz macht uns, dass dieser Erfolg unter etwas anderen Voraussetzungen als zuletzt gelungen ist. Trotz veränderter Besetzung und einer RBL-Premiere im Boot konnten wir als Mannschaft erneut zusammenfinden und unsere Leistung genau dann abrufen, als es darauf ankam. Unsere Favoritenrolle ist für uns weiterhin alles andere als selbstverständlich – umso schöner ist es zu sehen, wie konstant wir in dieser Saison auftreten.
Herzlichen Glückwunsch an den Amrop Ruhr-Achter Essen-Kettwig zu Silber und an den DynaSports Frauen-Achter Osnabrück zu Bronze. Vielen Dank an Euch und alle weiteren Teams der STÜBBE Ruder-Bundesliga für die starken, fairen und spannenden Rennen! Ein herzliches Dankeschön geht außerdem an die Gastgeberinnen und Gastgeber in Essen vom TVK für die tolle Organisation und Ausrichtung des Renntages auf der Ruhr.

Auch diesmal geht das Gold nicht nur bei den Frauen nach Hamburg: Die Sweepboys, das Hamburger Männerteam, bleiben ebenfalls weiterhin ungeschlagen. Herzlichen Glückwunsch zu dieser starken Leistung! Ein großes Dankeschön geht außerdem an unsere Trainer Patrick Wiechens und Ortwin Höller für ihren unermüdlichen Einsatz und die vielen Trainingsstunden, die hinter diesem Erfolg stehen. Ebenso danken wir DEXTRO ENERGY für die Unterstützung in dieser Saison!

Nun richtet sich unser Blick nach Heidelberg. Am 19. September steht dort der fünfte und letzte Renntag der Saison an. Auch wenn wir uns inzwischen einen starken Vorsprung in der Gesamtwertung erarbeitet haben, wollen wir uns darauf nicht ausruhen. Unser Ziel für das Finale ist klar: Wir wollen diese außergewöhnliche Saison ungeschlagen beenden und auch die fünfte Goldmedaille sowie den Ligapokal mit nach Hause nehmen.

Heidelberg – wir kommen! 💛

Euer Alstersprinter