Belastungstraining mit der Hansa-Trainingsgruppe – Endlich wieder Renngefühl

Hamburger Deerns

Die Hamburger Deerns im Trainigslager in Ratzeburg mit Trainer Christian von Warburg

Aufgrund ausgefallener Renntage bei der Ruder-Bundesliga sucht unser RBL-Achter Hamburger Deerns noch nach der richtigen Form. Entscheidend dafür sind Rennen Boot gegen Boot auf dem Wasser, um das Renngefühl zu erlangen, welches sich in diesem Jahr leider noch nicht richtig bilden konnte.

Auf der Suche nach einem geeigneten Sparringspartner fuhren die Hamburger Deerns am 12. September 2020 darum nach Ratzeburg, um die Trainingsgruppe der RG Hansa Hamburg in ihrem Trainingslager zu besuchen. Dort bereitete sich der Achter der B-Juniorinnen gerade auf den Städtekampf vor. Die Distanz für den Städtekampf beträgt 1.500 Meter, für Ruder Bundesliga-Sportlerinnen eine ungewohnte und nicht trainierte Strecke. Trotzdem wollten die Hamburger Deerns die Herausforderung annehmen und damit die Chance nutzen, das eigene Boot noch besser auf die bevorstehenden Sprintmeisterschaften vorzubereiten.

Natürlich sollten beide Teams von diesem Tag profitieren und wieder das Gefühl erlangen, wie es ist, wenn zwei Boote nebeneinander am Start liegen und man nicht nur gegen den „inneren Schweinehund“, sondern einen realen Gegner fährt. Angesetzt waren für den Tag vier Belastungen mit vier unterschiedlichen Distanzen: 1.500 Meter, 1.000 Meter, 500 Meter und 350 Meter. Mit großem Respekt vor den längeren Distanzen machten sich die Hamburger Deerns auf den Weg nach Ratzeburg.

Rennen Boot an Boot – Wir können mehr als die Sprint-Distanz

Bei perfekten Bedingungen konnte die Mannschaft ablegen und sich auf die erste Belastung vorbereiten. Nach einem stabilen Warmfahrprogramm konnte die Mannschaft selbstsicher an den Start gehen und der ersten Distanz von 1.500 Metern entgegentreten. Trotz einer stabilen Startphase und einem sicheren Zwischenspurt, konnte der B-Juniorinnen Achter diese Distanz für sich entscheiden, denn auf den letzten Metern fehlte es der Mannschaft der Hamburger Deerns an den nötigen Körnern. Nach einer kurzen Regenerationsphase ging es an den zweiten Start. Dieses Mal war die 350 Meter Distanz angesagt. Die Mannschaft war heiß darauf, die gewohnte und trainierte Strecke für sich zu gewinnen. In der Distanz von 350 Metern, ist es entscheidend, direkt am Start die Schläge sicher zu treffen, da es wenig Möglichkeiten gibt, die Startphase wieder gut zu machen. Nach einer sehr gelungenen Startphase hieß es für die Mannschaft auf der Frequenz zu bleiben und bis zum Ende durchzubeißen. Dies ist dem Achter souverän gelungen und die Mannschaft konnte die Ziellinie zuerst überqueren.

Nach den beiden Belastungen ging es in eine kurze Mittagspause. In dieser konnte die Mannschaft sich ein bisschen in Ratzeburg umsehen, etwas essen und sich regenerieren, da für den Nachmittag die 1.000 und 500 Meter Belastungen auf dem Programm standen.

Motivationsschub für die Sprintmeisterschaften

Video-Link

Video zum Rennen

Über die Mittagszeit hat der Wind zugenommen und das Wasser wurde sehr „kappelig“. Die Mannschaft hat sich davon nicht irritieren lassen und hat das Boot jeden Schlag souverän aus den Quallen geschoben. Nachdem in der morgendlichen Einheit die B-Juniorinnen ihre präferierte Strecke zuerst fahren durften, waren nun die Hamburger Deerns an der Reihe, ihre bevorzugte Distanz zuerst fahren zu dürfen. Es ging ein weiteres Mal an den Start, um die 500 Meter zu absolvieren. Maximilian Munski gab das Kommando: „Hamburg, Hamburg. Mein Kommando gilt, Achtung! Los!“. Die Mannschaft konnte sich auch auf dieser Distanz am Start einen sicheren Vorsprung verschaffen und diesen über die Sprintstrecke weiter ausbauen und die Strecke im Ziel für sich entscheiden. Nachdem die Mannschaft nun einschätzen konnte, wie lang die 1.000 Meter sich anfühlen werden und die zusätzlich positive Motivation aus den vorherigen Belastungen mitgenommen wurde. Konnte die Mannschaft positiv gestimmt und mit Souveränität an den letzten Start gehen. Es wurden nochmal alle Kräfte gesammelt und die Konzentration auf die Mannschaft gerichtet. Schlagfrau Silja Runge hat die Mannschaft ein letztes Mal für diesen Tag motiviert: „Mädels, das ist unsere letzte Distanz und die letzte Chance, gegen einen Gegner zu fahren, bevor die Sprintmeisterschaften sind. Lasst uns das Ding ein letztes Mal rocken und den Anderen zeigen, dass wir mehr als nur die Sprintdistanz können.“ Ein letztes Mal lagen die Boote für diesen Tag nebeneinander, ein letztes Mal kam das Startkommando. Der Küchensee in Ratzeburg hat in der Startphase gebrannt. Die Boote lagen eine lange Zeit gleich auf. Die Bugbälle schoben sich immer wieder aneinander vorbei. Steuerfrau Frieda Claus hat einen Neustart gesetzt und in diesem Moment ging ein letztes Mal für den Tag ein Ruck durch das gesamte Boot und der Achter konnte sich von den B-Juniorinnen absetzen. Mit den letzten Kräften hat sich die Mannschaft vor den B-Juniorinnen über die Ziellinie gekämpft.

Der Tag hat allen ein positives Gefühl für die anstehenden Regatten gegeben. Die Rennsimulationen haben allen Teilnehmern Sicherheit gegeben.

Das Team bedankt sich herzlich bei der Ruderakademie des Deutschen Ruderverbandes, dass wir das Bootshaus nutzen durften, dem B-Juniorinnen Achter und den Trainern Stephan Froelke, Maximilian Munski und Christian von Warburg, für spannende Rennen und die gesamte Organisation.

Das Team an diesem Tag bestand aus: Pia, Mona, Svenja, Isabell, Paula, Laura, Silja, Lena und Steuerfrau Frieda.

Bericht: Frieda Claus 
Bilder: Christian von Warburg

Rennachter in Startauslage

In Startauslage: Die Hamburger Deerns messen sich mit den B-Junioren der RG Hansa auf dem Küchensee.