Heim-Weltmeisterschaft!! Vom 22. bis zum 26. Juli fand in Duisburg die diesjährige U23-Weltmeisterschaft statt. Nachdem Daniela Thiermann und ich, Nike, uns über die 2. Kleinbootüberprüfung für den Achter, das priorisierte Boot, qualifiziert hatten, ging es auf diverse Trainingswochenenden, Trainingslager und zur Deutschen Meisterschaft, um uns bestmöglich auf diese WM vorzubereiten.
Unsere unmittelbare Wettkampfvorbereitung fand für zweieinhalb Wochen zusammen mit allen anderen Schwergewichts-Bootsklassen in Breisach am Rhein statt. Dort erwartete uns ein harter Trainingsplan, gepaart mit Hitze und teilweise sehr unruhigem Gewässer, das uns sehr forderte, aber auch perfekt auf die WM vorbereitete. Wir haben im Laufe der Vorbereitung mehrfach die Sitzplätze im Achter gewechselt, um die schnellstmögliche Kombination zu finden. Im Endeffekt saß Dani auf der Drei und ich auf Sechs.
Wir sind am Montag vor dem Regattastart in Breisach losgefahren und nachmittags in Duisburg angekommen. Dort ging es direkt aufs Wasser. Es war echt schön, wieder ohne Strömung zu rudern und genaue Markierungen zu haben, um sich auf der Strecke orientieren zu können. Bis zu unserem Bahnverteilungsrennen sind wir täglich gerudert und sind auch noch kleine Belastungen (maximal 500 Meter) gefahren, um unser System aktiv zu halten.
Am Donnerstag um 15:08 Uhr ging es dann los: das erste Kräftemessen. Wir sind gegen die Niederlande, Italien, Kanada, Großbritannien und die USA an den Start gegangen. Das Rennen hat uns einerseits sehr viel Hoffnung und Selbstvertrauen gegeben, andererseits aber auch gezeigt, wo unsere Schwächen liegen. Uns sind vor allem Großbritannien und die USA am Start und im Endspurt deutlich weggefahren. Am Ende sind wir zehn Sekunden nach den USA und sieben Sekunden nach Großbritannien als Dritte ins Ziel gekommen. Damit waren wir erst einmal sehr zufrieden. Uns war aber auch klar: Das war erst das Bahnverteilungsrennen. Alle Karten sind noch offen.
Die nächsten Tage dienten der Regeneration, gleichzeitig mussten wir aktiv bleiben. Natürlich haben wir es uns aber nicht nehmen lassen, am Samstag bei den anderen Bootsklassen anzufeuern.

Jubel bei der Siegerehrung: der deutsche U23-Frauenachter mit den Clubmitgliedern Daniela (3.v.r.) und Nike (4.v.l.). Fotos: shotbyhille
Am Sonntag ging es dann los, um 11:35 Uhr ist die Ampel von Rot auf Grün gesprungen. Wir hatten uns drei klare Aufgaben gesetzt: den Start so rausfahren, als gäbe es nur den Start, über die Mitte einen Spurt fahren, sodass man es richtig im Boot merkt, und den Endspurt ab 600 Meter vor dem Ziel anfangen. Uns sind diese Punkte sehr gut gelungen: Wir sind das beste Rennen unserer Saison gefahren und es hat soo Spaß gemacht!! Umso toller ist es, dass wir uns mit einer Bronzemedaille belohnen konnten. Wir konnten fünf Sekunden auf Großbritannien und zwei Sekunden auf die USA gutmachen.

Als wir ins Trainingslager gestartet waren, hatten wir uns zu zehnt hingesetzt und unsere Erwartungen und Ziele besprochen. Eine klare Antwort gab es bei uns allen: Wir wollen eine Medaille!! Dieses Ziel konnten wir uns jetzt erfüllen. Jetzt geht es erstmal in die Sommerpause, bevor Daniela und ich nach Texas zurückkehren, um weiter zu studieren.