Was für ein Renntag in Osnabrück! Bei bestem Wetter ging es für uns auf dem Stichkanal über die knapp 300 Meter lange Sprintstrecke. Ein leichter Schiebewind sorgte zusätzlich dafür, dass sich die ohnehin schon kurze Distanz noch einmal etwas schneller anfühlte.
Schon in den beiden Zeitfahren lief es richtig gut für uns. Im ersten Rennen wartete im Leipziger Boot direkt eine kleine Überraschung: Aufgrund personeller Engpässe wurde der Achter kurzfristig durch drei Ruderinnen der HavelQueens verstärkt. Wir waren also durchaus gespannt, was uns erwarten würde – konnten das Rennen am Ende aber souverän für uns entscheiden.
Im zweiten Zeitfahren ging es gegen die Gastgeberinnen aus Osnabrück. Auch hier hatten wir die Nase deutlich vorn und sicherten uns mit der schnellsten Gesamtzeit aller Frauenboote den Sieg im Zeitfahren und damit den direkten Einzug ins Halbfinale!
Dann hieß es erst einmal: warten. Einige Stunden später trafen wir im Halbfinale erneut auf das Osnabrücker Team, das sich im Viertelfinale gegen den Kieler Frauenachter durchgesetzt hatte – und spätestens jetzt stieg die Anspannung bei uns ordentlich an. Technisch lief unser Rennen zwar nicht ganz so sauber, wie wir es uns gewünscht hätten, trotzdem konnten wir uns mit fast drei Sekunden Vorsprung durchsetzen.
Das bedeutete für uns: A-Finale. Medaille sicher. Und mindestens Silber.
Dort warteten alte Bekannte auf uns: der Amrop Ruhr-Achter Essen-Kettwig. Nach mittlerweile einigen verdammt knappen Duellen, die beide Boote mal für sich entscheiden konnten, wussten wir ziemlich genau, dass uns die Frauen aus dem Ruhrgebiet einen ordentlichen Kampf um Gold bieten würden.
Anders als noch im Halbfinale gelang es uns allerdings, die Nervosität und Anspannung etwas besser im Griff zu behalten und die knapp 300 Meter technisch zufriedenstellender, konsequent und zielstrebig durchzufahren.
49,58 Sekunden. Die schnellste Zeit aller Frauenboote des Tages. Und: GOLD!
Damit stehen nach drei Renntagen der Saison 2026 tatsächlich drei Renntagsiege auf unserem Konto und wir bleiben in der RBL ungeschlagen! Saisonübergreifend ist es sogar bereits unser vierter Sieg in Folge.
Die aktuelle Tabelle der Ruder-Bundesliga
Irgendwie müssen wir das selbst noch ein bisschen realisieren.
Denn diese Rolle ist neu für uns. Zum ersten Mal sind wir nicht die Jägerinnen, sondern haben uns zu den Gejagten entwickelt. Mit der Favoritenrolle kommt ein ganz neuer Druck – und selbstverständlich fühlt sich das für uns noch lange nicht an. Umso stolzer sind wir darauf, wie gut wir aktuell als Team funktionieren und dass sich die vielen Trainingsstunden gerade so sehr auszahlen.
Herzlichen Glückwunsch an den Amrop Ruhr-Achter Essen-Kettwig zu Silber und natürlich an die Gastgeberinnen aus Osnabrück zu Bronze! Wir haben uns riesig gefreut, Euch bei Eurem Heim-Renntag auf dem Treppchen zu sehen. Danke an Euch und alle anderen Frauenteams für die starken, fairen und spannenden Rennen!
Und dann war da ja noch eine Kleinigkeit …
Hamburg holt den Tripe-Sieg!
Unsere Sweepboys Hamburg haben ebenfalls wieder zugeschlagen und sich genauso den nächsten Renntagsieg in der Männerliga gesichert. Und als wäre das noch nicht genug, feierten auch die Young Sweepboys bei der Junioren-RBL direkt den Tagessieg!
Frauen. Männer. Junioren. Dreimal Hamburg. Dreimal Gold. Viel besser hätte dieser Renntag aus Hamburger Sicht wohl kaum laufen können.

Die drei Hamburger Teams feierten gemeinsam Gold, Gold und Gold! Foto: Jonas Mehnert / Ruder-Bundesliga
Ein riesiges Dankeschön geht an Osnabrück für die tolle Organisation und einen großartigen Renntag! Ebenso möchten wir unseren Trainern Patrick Wiechens und Ortwin Höller danken, die mit ihrem unermüdlichen Einsatz einen riesigen Anteil daran haben, dass wir aktuell dort stehen, wo wir stehen. Und natürlich ein großes DANKE an unsere Sponsoren WAYES und DEXTRO ENERGY, die uns in dieser Saison unterstützen und unseren Weg möglich machen!
Viel Zeit zum Ausruhen bleibt allerdings nicht: Schon in zwei Wochen geht es in Essen weiter. Dort wartet der vierte Renntag der Saison – und wir wissen inzwischen ziemlich genau, dass uns niemand etwas schenken wird.
Wir freuen uns auf die nächsten Duelle und werden alles dafür geben, die gelben Leader-Shirts noch ein bisschen länger behalten zu dürfen.
Euer Alstersprinter
Titelfoto: Mareike Stölzner / Ruder-Bundesliga