Am vergangenen Samstag hieß es das letzte Mal in dieser Saison für uns „Achtung, fertig, los!“. Der letzte Renntag der Ruderbundesligasaison stand an – und zwar auf unserer Heimstrecke auf der Binnenalster. Entsprechend motiviert gingen wir in den Tag und so viel vorweg: Es hat sich gelohnt.

Nach unserer Abschlussbelastung am Donnerstag und dem etwas chaotischen „Wasserfassen“ am Freitag, das von Wind und Regen begleitet wurde, gingen wir am Freitagabend gemeinsam essen, um das Regattawochenende einzuläuten. Der Samstagmorgen startete für uns um 9 Uhr mit dem Zeitfahren gegen Linz. Die Österreicherinnen standen zu dem Zeitpunkt ganz oben in der Tabelle und fuhren am letzten Renntag gegen Berlin und Mainz um den Ligatitel. Und auch das Wetter machte es uns nicht einfach an diesem Wochenende: Zwischendurch regnete es immer wieder und die Böen erschwerten das Rudern. Doch wir wussten: Durch unser Training auf der Alster können wir gerade bei solchen Bedingungen selbstbewusst ins Rennen gehen. Entsprechend mutig fuhren wir los und wollten unsere Gegnerinnen möglichst lange ärgern. Und das gelang uns mehr als gut: Die gesamte Strecke lang lagen beide Boote auf gleicher Höhe, sodass im Ziel niemand wusste, wer den Bugball vorne hatte. Glücklich und stolz über unser starkes Rennen und noch unwissend, wer das Rennen gewonnen hatte, feierten wir im Ziel, als wäre das bereits das Finale gewesen.

An Land dann die Überraschung: Laut den Zeiten sollten wir zwar vor Linz, insgesamt aber nur auf dem sechsten Platz gelandet sein. Nach kurzer Frustration kam dann aber die Erlösung: Die Zeiten wurden falsch hochgeladen. Entsprechend unseres guten Gefühls nach dem Rennen belegten wir im Zeitfahren den dritten Platz hinter Berlin und Mainz. Glücklich über dieses gute Ergebnis ging es für uns im Achtelfinale hoch motiviert gegen Hannover. Hier konnten wir ein solides Rennen zeigen und deutlich gewinnen.

Nun ging es um alles: Im Viertelfinale wartete erneut Linz auf uns, gegen die wir beim Zeitfahren unseren Bugball mit einer Zehntelsekunde nach vorne schieben konnten. Jan, der Moderator der RBL, brachte es auf den Punkt: „Mädels, jetzt kommt das wichtigste Rennen des Tages!“. An den vergangenen Renntagen war es das Viertelfinale, das wir immer sehr knapp verloren und damit nichts mehr mit der Medaillenvergabe zu tun hatten. Das sollte diesen Samstag auf unserer Heimstrecke anders sein: Hoch motiviert fuhren wir erneut sehr mutig los und fuhren erneut Bugball an Bugball über die Strecke. Im Ziel hatte Linz dieses Mal eins, zwei Körner mehr und konnte das Rennen knapp für sich entscheiden. Nun es hieß es für uns erneut auf die Zeiten zu warten, da sich auch der schnellste Verlierer der Viertelfinals für das Halbfinale qualifizierte. Und endlich konnten wir am Steg jubeln: Mit mehr als einer Sekunde Vorsprung vor dem zweiten Verlierer konnten wir zum ersten Mal in dieser Saison das Halbfinalticket lösen. Entsprechend riesig war die Freude: Als hätten wir die Goldmedaille gewonnen, fielen wir uns in die Arme und verdrückten die ein oder andere Träne.

Alstersprinterinnen beenden die RBL-Saison mit der goldenen Ananas

Im Halbfinale ging es für uns gegen die Berlinerinnen, die beim Zeitfahren den ersten Platz belegt hatten. Doch auch hier nahmen wir uns viel vor und fuhren erneut stark vom Start los. Über die Strecke hatten wir den Berlinerinnen dann leider nicht mehr viel entgegenzusetzen, die schließlich im Ziel etwa eine Dreiviertelbootslänge vor uns lagen. Doch von Enttäuschung war nichts zu spüren: Im 2. Finale ging es für uns um die Bronzemedaille – und zwar zum dritten Mal an diesem Tag gegen Linz, die ihr Halbfinale gegen Mainz ebenfalls verloren hatten. Nach den vergangenen Rennen an diesem Tag stand es 1-1 zwischen Linz und uns und wir waren hoch motiviert, dieses Duell für uns zu entscheiden und uns endlich mit unserer ersten Medaille zu belohnen. Als wir zum Start auf die Binnenalster ruderten, überkam uns kurz Gänsehaut: Vor vollen Zuschauerrängen durften wir auf unserer Heimstrecke nun alles zeigen, was wir konnten. Wieder fuhren wir stark los und schenkten unseren Gegnerinnen nichts. Bugball an Bugball ging er erneut über die Ziellinie und nur anhand des Zielfotos konnten die Siegerinnen des Rennens bestimmt werden. Denkbar knapp lag Linz hier vor uns, sodass wir den Tag mit dem vierten Platz abschlossen. Trotz der kleinen Enttäuschung im Ziel, dass es so knapp nicht gereicht hatte, waren wir extrem stolz auf uns: Dieser Renntag war mit Abstand der beste von uns in dieser Saison. Immerhin waren wir in drei Rennen gleich auf mit den Tabellenführerinnen und Liga-Champions der vergangenen Saison!

Wie bei der RBL üblich, ging es für uns anschließend auf die Ehrenrunde über die Binnenalster. Der beleuchtete Jungfernstieg im Rücken, die lieben Worte von Jan und die jubelnden Zuschauer am Ufer machten diesen Moment unvergesslich für uns. Von diesem besonderen Saisonabschluss werden wir wohl noch lange erzählen. Auf der letzten Siegerehrung dieser Saison durften wir dann auch endlich nach vorne und feierten unsere goldene Ananas gebührend. Beim anschließenden Grillen im Verein und der Party im Stadtpark ließen wir den erfolgreichen Tag dann gemeinsam ausklingen. Dass wir die Saison auf einem etwas enttäuschenden fünften Gesamtplatz beenden, war hier so gut wie vergessen.

Nun heißt es für uns erstmal in den kommenden Wochen, die Füße hochzulegen und die Saison Revue passieren zu lassen. An dieser Stelle möchten wir noch einmal Danke sagen: Danke an unsere Trainer Christian und Paddy für die Mühe in dieser Saison. Danke auch an unsere Vereine, die RG Hansa und den Club, für die Unterstützung jeglicher Art. Schließlich auch ein großes Danke an unseren Sponsor Krongaard für die Zusammenarbeit in dieser Saison und an Heinrich & Partner für die großzügige Spende. Ohne euch wäre die Saison nicht möglich gewesen. Für den Final-Renntag in Hamburg (Ergebnisse unter diesem Link) schicken wir ein noch ein großes Dankeschön an die Fari und die RBL für die tolle Organisation. Bis nächstes Jahr!

Bericht: Paula Bäurich, Bilder: Alexander Pischke/Ruder-Bundesliga

Jubelnde Alstersprinterinnen

Jubel nach dem Finaltag in Hamburg. Foto: Alexander Pischke/Ruder-Bundeslig