Am 12. Februar freuten sich 100 Mitglieder und Gäste auf einen interessanten Abend: das Stiftungsessen. Vor 26 Jahren hatten 15 Clubmitglieder die Stiftung gegründet und das erforderliche Kapital aufgebracht. Seitdem ist es erfreulich gewachsen. Aus dessen Erträgen hat die Stiftung den tollen Skull-Achter „Clubstiftung“ spendiert und neuerlich einen kombinierten Skull- und Riemen-Rennvierer bei Empacher bestellt, Preis: 38.000 Euro.
Götz von Lacroix, als Top des fünfköpfigen Vorstands, war sichtlich froh über das Erreichte und warb für weitere Spenden für die Stiftung und letztlich für den Club. Denn die Stiftung ist für die langfristige Unterstützung des Clubs angelegt und Zustiftungen und testamentarische Verfügungen sind dankbar erbeten.
Doch jetzt zum Thema des Abends: die Olympia-Bewerbung Hamburgs für die Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Zur Erinnerung: Sie war vorher zweimal gescheitert. 2003 entschied sich das Nationale Olympische Komitee (NOK) für die Bewerbung von Leipzig für die Sommerspiele 2012. 2015 musste die aussichtsreiche Hamburger Bewerbung für Olympia 2024 wegen 51,6 Prozent Neinsagern gegenüber 48,4 Prozent Befürwortern im Rahmen eines Bürger-Referendums ad acta gelegt werden. Jetzt also auf ein Neues!
Als Gastredner präsentierte Staatsrat Christoph Holstein von der Hamburger Behörde für Inneres und Sport das neue Konzept. Es gründet auf dem Urgedanken, dass die Olympische Idee die ganze Welt zusammenbringt und die weltoffene Hansestadt sich bestens eignet, die neue „Olympia-Generation“ mit Sport und Bewegung zu stärken. Der Hamburger Weg als „Active City“ geht bereits in diese Richtung.
Anders als 2015 sind heute die Forderungen des Internationalen Olympischen Komitees (IOK) deutlich moderater: keine bombastischen Neubauten mehr ohne spätere Nutzung, sondern Nachhaltigkeit auf allen Ebenen und dadurch wesentlich geringere Kosten. Auch ist Nachhaltigkeit für die Klimaschonung heute der Maßstab. Darauf baut Hamburg auf: Zu 78 Prozent sollen bestehende Sportstätten genutzt werden, wobei Modernisierungen manchmal erforderlich sein werden. Es soll keine Neubauten nur für die Spiele geben, keine Olympiaruinen also.
Wesentlich für die Hamburger Vision sind die kurzen Wege zu den Wettkampfstätten. 82 Prozent der Sportstätten liegen im Umkreis von sieben Kilometern und sind mit dem öffentlichen Nahverkehr, zu Fuß oder mit dem Fahrrad erreichbar. Nur für Segeln, Handball und Rugby ist die Entfernung nach Kiel und für die Wildwasser-Entscheidungen nach Thüringen weiter.
Das olympische Dorf soll nahe beim Volkspark errichtet werden und später für die geplante Science City in Bahrenfeld genutzt werden. Zu Fuß werden die Leichtathleten dann ihre Wettkampfstätten im Volkspark erreichen können, so wie insgesamt 40 Prozent der Olympioniken ihre Arenen. Das sind schon Pfunde, die das Hamburger Konzept auf die Waage bringt. Die Paralympics, die Teil der Spiele sind, werden die Inklusion von Behinderten voranbringen.
Jetzt ist es an den Hamburgern, den Schwung und Elan dieses neuen Bewerbungskonzepts aufzunehmen. Die Abstimmungsunterlagen werden jedem Bürger und jeder Bürgerin am 28. April zugesandt. Am 31. Mai findet das Referendum statt. Überwiegt die Zustimmung, entscheidet im September das NOK, welcher der deutschen Bewerber (Berlin, München, Rhein/Ruhr, Hamburg) in die IOK-Entscheidung gehen soll. In München haben sich bereits 66,4 Prozent der Wahlberechtigten dafür entschieden, ihre Stadt zum Austragungsort zu machen.
Staatsrat Holstein beantwortete die Fragen der Zuhörerinnen und Zuhörer, die seinem Vortrag interessiert gefolgt waren. Angemerkt wurde, wie wenig öffentliche Aktivitäten und Berichte es bislang für die Bewerbung gebe – im Gegensatz zu „Feuer und Flamme“ 2015. Staatsrat Holstein erklärte: „Wir haben gelernt: 2015 waren wir zu früh, die Kampagne brach kurz vor der Abstimmung ein!“
Es wird spannend, ob die Bürger und Bürgerinnen diesmal die Olympia-Begeisterung mittragen werden. Götz von Lacroix beendete mit herzlichem Dank an Staatsrat Holstein mit Überreichung unserer Festschrift zum 175. Jubiläum diesen interessanten Abend.
- Referent und Thema waren an dem Abend hochwillkommen
- und bescherten der Club-Stiftung einen vollen Saal.
- „Olympia“ bewegt generationsübergreifend Alt und Jung.
Fotos: Lars Christiansen











