Jungwürstchen Pfingstfahrt

Pfingstfahrt 2016 der Jungwürstchen
von Dirk Behrends


Bei kühlen Temperaturen durch das Weinanbaugebiet Saale-Unstrut
Nachdem wir im letzten Jahr auf Aller und Weser ein nahegelegenes Ruderrevier befahren hatten, wollten wir in diesem Jahr ein entfernteres Ruderrevier erkunden. Ralf Herzog schlug die reizvolle Landschaft im Bereich von Saale und Unstrut vor, die er bereits von einer Radtour kannte, CLUB-Kameraden gaben weitere wertvolle Hinweise. Gedacht, getan. Jörg Carstens und Ralf Herzog nahmen die Organisation in die Hand. Schnell fanden sich 15 Mann für 3 Vierer zusammen.
Am Freitag, d. 13.05. machten wir uns auf den Weg nach Karsdorf an der Unstrut und trafen uns am örtlichen Kanuverein, bei dem wir tags darauf ablegen wollten. Der Unglückstag machte seinem Namen alle Ehre. Frank von Lacroix wurde in einen schweren Unfall mit Totalschaden seines erst 12 Tage alten (neuen) VW-Busses verwickelt. Glücklicherweise blieb er unverletzt. Ebenso konnte Hendrik Eichentopf aufgrund Unwetters am Frankfurter Flughafen erst mit einem Tag Verspätung anreisen.
Am nächsten Tag legten wir, für unsere Verhältnisse recht früh, um bereits kurz nach 9:00 Uhr vom Kanuverein ab. Unsere Tagesstrecke war mit 41 km bei 5 Schleusen recht lang, zudem wollten wir dem Ansturm der Kanuten enteilen, die ebenfalls von Karsdorf aufbrechen wollten.
Die Unstrut verläuft durch das Thüringer Becken südlich des Harz‘ und ist größter Nebenfluss der Saale. Die Gegend ist ein kleines Weinanbaugebiet bei dem überwiegend die Weißwein-Rebsorten Müller-Thurgau und Silvaner angebaut werden. Gleich „um die Ecke“ bei Nebra, wurde die bekannte Himmelsscheibe Nebra entdeckt.


Die Temperatur war im Vergleich zum Vortag bereits gesunken. Die Steuerleute hatten sich dick eingemummelt, die Ruderer zogen sich langes Ruderzeug an. Alle 4-5 km machten wir kleine bis größere Pausen, teilweise verbunden mit einem Anlegen der Boote. In Freyburg erfolgte die Mittagspause, die sich bis in den späten Nachmittag ersteckte. Direkt neben dem Unstrutwehr befindet sich das ehemalige Wohnhaus von Turnvater Jahn. Mittlerweile wurde es zum Museum umgebaut.
Bei Naumburg mündet die Unstrut in die Saale. Aus Zeitgründen mussten wir auf eine Besichtigung des berühmten Naumburger Doms verzichten. Eine nachfolgende Ruderpause wurde uns zum Verhängnis, so dass wir an der letzten Schleuse die Boote umtragen mussten. Mit 14 Mann möglich, nichtsdestotrotz kräftezehrend.
In Weißenfels angekommen, konnten wir beim Ruderverein anlegen und die Boote sicher lagern. Das örtliche Bootshaus ist beeindruckend. Riesengroß und anscheinend gut in Schuss. In der Gastronomie konnten wir uns aufwärmen und wurden exzellent versorgt. Nebenan wurde eine Hochzeit gefeiert. Die Unterkunft erfolgte in einem entfernt gelegenen Sporthostel.

Am Sonntag schien es noch ein paar Grad kühler geworden zu sein. Der Wetterbericht sagte Polarluft mit Hagel und Graupelschauern voraus. So schlimm wurde es nicht, jedoch spulten wir die 31 Tageskilometer wesentlich disziplinierter als am Vortag ab. Die Saale sorgte für eine kleine Überraschung: Die Trapper lief mitten im Strom plötzlich auf Grund. Rasch wurde das Boot geleichtert und von den Steinen gezogen, weiter ging’s. Die geplante Mittagspause in Bad Dürrenberg entfiel nahezu komplett. Bereits um 15:30 Uhr liefen wir in Merseburg ein.
In Merseburg erfolgte eine Stadtführung „light“ durch Ralf Herzog. Frische Kraft tankten wir bei einem chinesischen „all you can eat“ Buffet. Die Bereitschaft, abends noch „auf die Piste“ zu gehen, hielt sich in Grenzen.
Am Pfingstmontag waren noch 18 km zu berudern. Direkt nach dem Ablegen erfolgte die erste Schleusung. Danach kamen wir gut voran. Von kleinen Regenschauern begleitet erreichten wir die Schleuse Planena bei km 104,5, ca. 8 km vor dem Ziel. Es handelt sich um eine Schleuse mit Selbstbedienung. Unser „Schleusenglück“ blieb uns treu, denn leider musste eine Betriebsstörung behoben werden, Dauer: 1 Stunde. Langweilig wurde uns nicht, denn wir wurden von 2 Hagelschauern überrascht. Der Stimmung tat das keinen Abbruch. Zügig ging es danach weiter. Um ca. 12:30 Uhr erreichten wir unser Ziel, den Halleschen Ruderverein Böllberg.
Resümee: Die Erkundung neuer Ruderreviere ist spannend und schön. Für das nächste Jahr dürfen wir uns aber wärmeres Wetter wünschen. Im Nachgang erreichte uns über Frank von Lacroix die Nachricht vom Tode seines Vaters Hans. Der gesamten Familie gilt unser herzliches Beileid.
 
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