Roberts Blog

…A clean and well lighted place…

Es ist die Zeit der Installateure. Elektriker und Heizungsbauer, lichtscheue Wesen, sind vereinzelt in dunklen Ecken anzutreffen. Meiden sie doch die bereits illuminierten Bereiche, wie die Bootshallen, in denen die Beleuchtung bereits vollständig installiert und in Betrieb ist. Auch in den Gesellschaftsräumen, die durch das Tageslicht erhellt sind, ist keines dieser raren Geschöpfe anzutreffen. Aber sie waren da! Haben sie doch Ihre Spuren hinterlassen. Heizungsleitungen vor den Fenstern, Einzelteile, scheinbar achtlos auf den Boden geworfen, seltsame Zeichen und Fußspuren zeugen von Ihnen.
Bizarre Skulpturen haben sie geschaffen. Eigenartige Bäume wachsen aus Boden und Decke. Hier zeigt sich das ästhetische Potential, das sich bei Ausübung ihrer scheinbar prosaisch anmutenden Tätigkeit Bahn bricht. Doch ihre Kunst ist vergänglich. Wird sie doch eines Tages dekonstruiert, um ihren Zweck im Tresen unserer Bar zu erfüllen oder versteckt in den Wänden der Sanitäranlagen, um das Wasser dorthin zu leiten, wo es benötigt wird.
Auch in den Duschräumen, dort wo die Handwerker ihr Wesen trieben, finden sich stumme Zeugen ihres Tuns: Die Unterstücke der Duscharmaturen haben sie in regelmäßigen Abständen auf den Wänden hinterlassen.
Zwischenzeitlich hatten Dachdecker die lichten Bereiche der Gesellschaftsräume in Besitz genommen und Dämmung und Dampfsperre verlegt. Auch vor dem Gebäude, außerhalb dieses Biotops, wächst eine Skulptur anderer Art, errichtet von einem Volk wesentlich rauerer Natur. Die Rohbauer sind zurückgekehrt und haben zunächst Fundamente für Stütze und Antritt und dann die Stütze selbst für die Eingangstreppe ins Obergeschoss gegossen. Aber auch diese Leute sind zu Feingefühl fähig. Die Auflagerpolster für das Betonfertigteil sind bereits sorgfältig justiert am Stützenkopf zu sehen.
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