Trainingslager Soustons










Von: Matti Saborowsky
 
Seit nunmehr fast zwei Jahrzehnten fährt die Trainingsgruppe jedes Frühjahr für zwei Wochen ins südfranzösische Soustons, um dort die entscheidenden Grundlagen für die Saison zu legen.

Die enorme Größe der diesjährigen Gruppe bedeutete, dass gleich zwei zusätzliche Busse gemietet werden mussten, um die 24 Sportler und fünf Betreuer an die 1600 km entfernte südfranzösische Atlantikküste zu bringen. Endlich dort angekommen, mussten wir uns erst vier Tage lang mit Kälte und Regen herumplagen, bevor der Himmel für den Rest der Zeit aufklarte, was Temperaturen von bis zu 23°C bedeutete.

Der Lac de Soustons bzw. Lac d’Azur (die beiden Ortschaften streiten sich um den Namen) ist knapp 5 km lang und von einer durchgängigen Bojenkette durchzogen. In der Mitte des Sees gibt es zusätzlich ein Albanosystem mit sechs Bahnen. Gerade in den meistens windstillen Morgen- und Abendstunden bedeutet dies optimale Trainingsbedingungen.

Da sowohl regional, als auch national über die Leistung im Kleinboot selektiert wird, wurde der Großteil der etwa 350 Wasserkilometer in den entsprechenden Bootsklassen (1x und 2-) zurückgelegt. Hin und wieder gaben sich aber auch Altmeister Andi Clausen, Jonas Schützeberg und Karim Djamshidi die Ehre und drehten mit den Junioren die eine oder andere Runde im Großboot. Meist wurde zweimal am Tag gerudert und zusätzlich eine Einheit Krafttraining, Dehnung oder Kräftigung absolviert. Hinzu kamen diverse Rennradeinheiten, die notwendig waren, um von der 22 km entfernten Unterkunft an die Strecke und zurück zu kommen.

Jeder dritte Nachmittag war trainingsfrei. Diese Nachmittage wurden mit Ausflügen an den Strand, ins baskische Fischerdorf St Jean de Luz  oder mit Grillen und Volleyballspielen im heimischen Garten gefüllt. Natürlich durfte auch der obligatorische und besonders von Haubi sehnsüchtig erwartete Besuch im Decathlon nicht fehlen. Erfreulicherweise gab es im Vergleich zu den Vorjahren besonders auf Seiten der B-Junioren kaum Krankheits- und Verletzungsausfälle zu beklagen. Das mag sicherlich auch daran gelegen haben, dass dank Physiotherapeut Josia Nauck und seiner Massageliege jede Art von Wehwehchen sofort und professionell behandelt wurde.

Das Highlight der zweiten Woche bildete eine Rennradtour in den Pyrenäen, während derer über 80 km mehr als 1200 Höhenmeter zurückgelegt wurden. Zwar waren sämtliche legendäre Pässe der Tour de France wegen des andauernden Schnees gesperrt, die besonders für ihren Käse bekannte Region um Iraty bot mit bis zu 14% steilen Rampen aber immer noch ein ausreichendes Terrain.

Bei der Abschlussbelastung konnten insgesamt vier neue Soustonsrekorde errudert werden, denn seit nunmehr 17 Jahren wird von den Clubtrainern eine genaue Statistik geführt, welche Sportler auf dem See am schnellsten unterwegs waren. Leichtgewichts B-Junior Lasse Palm konnte den Rekord von Eric Paul aus dem letzten Jahr um 6 Sekunden unterbieten, während Eric den alten Rekord von Martin Rückbrodt im leichten A-Einer verbessern konnte.
Auch die leichten A-Junioren Selim Zortul und der ab dieser Saison für den Club startende Sven-Eric Berger konnten sich ganz oben in die Ranglisten eintragen und verdrängten Basti Diemann von der Spitzenposition im leichten Zweier-ohne. Komplettiert wurden die durchweg guten Ergebnisse durch Julia Ferreira-Becker, die im leichten B-Einer eine sehr schnelle Zeit fahren konnte.

Nach der Abschlussbelastung wurden unsere 27 Boote in ausbaufähigen 100 Minuten auf den Hänger verladen, bevor es ein letztes Mal an den Strand ging. Wieder in Hamburg angekommen, gilt es nun, die nötige Souveränität in hohen Schlagzahlen zu erlangen und das im Trainingslager Gelernte über die Renndistanz umzusetzen.

 

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